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Alte Haus Nr. 18, heute Thüringer Platz Nr. 3

Haus Nr. 18 in der Bildmitte, neben dem Leiterwagen.

1803  Meier Abraham kauft das Haus mit Hof und Gemeinderecht.

Nach der „Tabelle über die nach der höchsten Verordnung vom 10.Junij 1814 zu  conscribirenden Judenfamilien im Districtscommisariats Bezirke Ebern“ hat Meier Abraham den Familiennamen Hellmann angenommen. Er war Viehhändler und verheiratet mit Maila Hellmann. Er hatte 5 Söhne und drei Töchter.

22.06.1846  Hellmann Judas übernimmt von seiner Mutter zu 800 fl.

19.04.1873  Hellmann Meier übernimmt zu 1000 fl. Und verkauft am 10.04.1910 das Anwesen an Johann Rampel.

Mikwe im Keller des Hauses

Das Fachwerkhaus wurde in den 1970er Jahren bis auf den Keller abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. 

Im Keller des Hauses blieb bis heute eine von Grundwasser gespeiste Mikwe erhalten. 

Die Mikwe wurde nicht zugeschüttet, da sie über viele Jahrzehnte als Hauswasserbrunnen genutzt wurde.

  • Eine Tür in der Durchfahrt des Hauses zum Hof führte direkt in den Vorraum der Mikwe.
  • Sieben Stufen führen vom ursprünglichen Niveau des Vorraumes hinunter zum quadratischen Tauchbecken.
  • Die Kellermikwe wurde von Grundwasser gespeist.
  • Das Fassungsvermögen der Mikwe beträgt drei bis vier Kubikmeter Wasser.
  • Selbst beim heutigen Grundwasserspiegel befindet sich noch ca. ein Kubikmeter klares Wasser im Schacht.
  • Nach mündlicher Überlieferung* wurde die Mikwe von mehreren jüdischen Familien des Ortes genutzt.

*lt. Aussage des Hausherrn Christoph Vollkommer.

Video von Dr. Wolfgang Hegel, Kultur- und Heimatpflege Bezirk Oberfranken.

Das Video wurde aus 3D-Daten der Mikwe erstellt, die mit dem Structure from Motion Verfahren (SfM) aus einer Fotoserie errechnet wurden.

(Mit dem gleichen Verfahren wurden auch alle Grabsteine des Autenhausener  jüdischen Friedhofs dokumentiert .)

Die Mikwe folgt regelmäßig der gleichen Bauweise. Sieben Stufen führen in ein mit mindestens 500 Litern Wasser gefülltes Becken. Dabei muss es sich um „lebendiges“ Wasser handeln. Das bedeutet, es muss ausschließlich Wasser natürlichen Ursprungs genutzt werden. Es darf nicht transportiert oder anderweitig zur Mikwe gebracht werden. Als Folge kommen nur fließendes Wasser sowie Grund- und gesammeltes Regenwasser in Betracht.

Für den Bau einer Mikwe werden in der Regel Schächte ausgegraben, die teilweise bis zu 20 Meter tief sind, um das Grundwasser oder eine natürliche Wasserquelle zu erreichen. Zudem werden Mauerwerke als Stützen und Treppen angelegt, um die Schwankungen des Wasserspiegels ausgleichen zu können.

Eine spezielle Form ist die sogenannte Kellermikwe. Bereits im 14. Jahrhundert wurden Juden häufig gesonderte Wohnviertel zugewiesen. Um weiterhin die jüdische Tradition aufrecht erhalten zu können, wurden die Mikwen in versteckten Lagen im Keller eines Wohnhauses in Form von engen Schächten errichtet. Auf Grundwasserhöhe wurde ein Tauchbad ausgehoben, in der Regel nicht größer als eine Badewanne.

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