Die erste Synagoge

Laut einer Tabelle vom 30.04.1817 des Königlichen Districtscommissariats Ebern, über die vorhandenen Synagogen im Distrikt, gab es in Autenhausen seit 1756 eine Synagoge.

Die Synagoge wird wie folgt beschrieben:

„Beschaffenheit […] : Die Synagog ist ein kleines 2 stöckiges Gebäud von Holz, und bestehet oben ein Bethzimmer, unten befindet sich ein Holzlager. In der Synagog befinden sich 6 geschriebene 10 Gebothe und 5 Messinge Arm Leuchter und Lampen, 18 hölzerne Männer und 14 Weiberstände. / Zeit des Bestehens: 1756 / Einrichtungs Conzession: von dem ehemaligen Kloster zu Langheim. / Bemerkung: Die Juden Gemeinde zu Autenhausen trägt die Baukosten.“

Recherche: Dr. Hubertus Habel, Quelle: StAWu , III. E 1 a Nr. 835: Verhältnisse der Juden im Sprengel des Landgerichts (ä. O.) Ebern, 1814 – 1836.

Auf einem Bauplan von 1883 für den Antrag zum „Abbruch der alten Judensinachoch“ ist die Lage der ersten Synagoge hinter dem Haus Nr. 37 ersichtlich, ebenso wie die Form des zweistöckigen Fachwerkbaus. Quelle: Staatsarchiv Bamberg, K20 Nr. 16 Autenhausen.
Lageplan der Keimzelle des jüdischen Autenhausen: a) Haus Nr. 37, b) alte Synagoge, c) Mikwe , d) Haus Nr.38

Die Mikwe

Die Mikwe befindet sich im Garten hinter dem Haus Lindenstraße 11 (früher Haus Nr. 37, Plan-Nr. 60, 75) [ … ] Im Grundsteuerkataster ist kein exaktes Erwerbsdatum eingetragen. Die Mikwe befand sich seit „unfürdenklicher“ Zeit im Besitz der Judengemeinde.* Beim Verkauf des Anwesens an einen Christen wurde die Mikwe nicht mitverkauft und der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern (IKGL) ist somit bis heute Besitzer.

Das rechteckige Sandsteingebäude befindet sich in sehr schlechtem Zustand. Dass Dach ist eingestürzt, und um den Einsturz der Mauern zu verhindern, mussten Eisenträger eingezogen werden.  [ … ]  Zwar wird die Mikwe in Autenhausen noch mit der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Verbindung gebracht, aber über die Nutzung des Gebäudes ist nichts mehr bekannt.

* StAB, K235 Nr. 37 Grundsteuerkataster ; Denkmäler IV, S. 170.

Quelle: Klaus Guth, Jüdische Landgemeinden in Oberfranken 1800-1942, ISBN 3-87052-392-1, S. 107.

Auf diesem Foto aus den 1960er Jahren ist im Vordergrund in der Mitte die Mikwe noch mit Dach zu erkennen. Foto: Sammlung Rudolf Heinlein
Mauerreste der Mikwe Autenhausen, Foto: Klaus Guth 1988, Zu erkennen sind zu diesem Zeitpunkt noch Eingang und Fenster an der Westseite des Gebäudes.
Mikwe im Frühjahr 2023
Mikwe im Herbst 2023